Hören was passiert:
nach allem was wir wissen, ist das Baugelände auf dem die Müllverbrennung/Heizkraftwerk der Firma Gebrüder Lang GmbH geplant ist, mit Altlasten kontaminiert. Auch die Recherchen der Süddeutschen Zeitung legen diese Vermutung nahe. Wir sind der Meinung, das ein derartiges Bauvorhaben auf einem diesbezüglich belasteten Gelände nicht errichtet werden darf. Unabhängig davon fordern wir eine nachhaltige Sanierung des gesamten Umfeldes, da die seit jahrzehnten in Richtung Grundwasser eingedrungenen Schadstoffe die nördlich gelegenen Trinkwasserschutz und Vorbehaltsgebiete stark gefährden.
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Quelle: Süddeutsche Zeitung - Bayern Teil, Stefan Mayr
Störfallliste ab 1977 Schreiben Wasserwirtschaftsamt 02.10.1989
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Kommentar:
Wie ein roter Faden ziehen sich seit nunmehr fast 30 Jahren überhöhte Zyanidwerte durch die Messprotokolle im Umfeld der Werksdeponie Lang, ohne dass die Ursache der Belastungen nachvollziehbar festgestellt wurde. Dabei ist das Zyanid nur ein eklatanter Leitparameter. Fast die gesamte Liste der relevanten umweltgefährdenden Schadstoffe gelangte über die Jahre hinweg im Umfeld der Deponie in den Boden und ins Grundwasser. Aufgrund fehlender sorgfältiger Erkundungsmaßnahmen existieren keine nachvollziehbaren Erkenntnisse über die Menge der Schadstoffe im Untergrund, wie sie sich dort angereichert haben, und ob sie schon zum Teil durch den Grundwasserstrom verfrachtet werden.
Zur Klärung dieses unhaltbaren Zustands sieht das zuständige Landratsamt Mindelheim keinen Handlungsbedarf. Wir fragen Frau Back was eigentlich passieren muss, bis sie Handlungsbedarf erkennen kann?
Wahrscheinlich hängt die tolerante Beurteilung der Sachlage mit dem, gelinde gesagt, ungewöhnlichen Verständnis von Frau Back über den Begriff vorübergehend zusammen:
Seit dem Jahr 1983 werden in schöner Regelmäßigkeit Schadstoffeinträge in den Boden und Grenzwertüberschreitungen im Abwasser vom Wasserwirtschaftsamt angemahnt. Der Störfall auf den sich die Süddeutsche Zeitung bezieht, ereignete sich vor etwa 2 Jahren und wird von Frau Back mit einer als vorübergehenden Fehlfunktion des Biofilters begründet.
Vorübergehend von 1983 bis 2008! Das ist schon fast kabarettreif!
Ob die Störung inzwischen beseitigt wurde konnte Frau Back dem SZ-Redakteur nicht sagen, weil dies erst bei der nächsten turnusmäßigen Überprüfung ermittelt werden könne. Der Störfall ereignete sich vor 2 Jahren. In welchem Turnus werden die Überprüfungen eigentlich vorgenommen? Fallen sie mit den Schaltjahren zusammen oder mit der Olympiade? Und dazwischen findet wohl nichts statt? Prima, wo nichts stattfindet ist auch kein Handlungsbedarf zu sehen.
Vielleicht sollte Frau Back ihre vom Papier-Feinstaub getrübte Brille putzen um festzustellen, dass die Bürger ein Anrecht auf eine gesunde Umwelt haben und auf einer konsequenten Reinhaltung des Grundnahrungsmittels Trinkwasser bestehen.
Um die Sichtweise auf die Bedürfnisse der Bürger zu schärfen und um den diesbezüglichen Handlungsbedarf besser zu erkennen, wäre Frau Back etwas Nachhilfe in Sachen Boden- und Grundwasserschutz zu empfehlen. Ihr Behördenchef, als ausgewiesener Boden- und Wasserexperte, wäre sicher der ideale Tutor für ein kleines intensives Privatissimum.
Wir sehen dringenden Handlungsbedarf!
C. Fiber



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