Vattenfall streitet um Kraftwerk auf der Alb
Die Charmeoffensive ist vorbei. Über Monate hinweg haben das Baustoffunternehmen Heidelberg-Cement und der Energiekonzern Vattenfall Europe New Energy für ihre Pläne in Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) geworben. Sie haben sich als Projektpartner zusammengetan, um auf dem Gelände des Schelklinger Zementwerks, das Heidelberg-Cement gehört, ein 100 Millionen Euro teures Müllkraftwerk zu bauen. Laut Plan soll der damit erzeugte Strom das Werk unabhängig von den Netzkosten machen.
Mittels einer eigenen Homepage luden die Konzerne zum "Dialog" mit der Bürgerschaft ein, sie veranstalteten einen Vortragsabend in der Stadthalle, lockten mit der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, stellten eine Gewerbesteuereinnahme für Schelklingen von rund 450 000 Euro jährlich in Aussicht.
Geholfen haben die Mühen bisher nichts. Eine Bürgerinitiative bekämpfte das Vorhaben vehement, rechnete vor, dass für den wirtschaftlichen Betrieb der Kraftwerksanlage Müll aus ganz Süddeutschland zugekauft werden müsse. Im September vergangenen Jahres kam es zum Bürgerentscheid, dessen Ergebnis keine Zweifel übrig ließ. Knapp 84 Prozent aller Teilnehmer an der Abstimmung lehnten das Müllkraftwerk ab. Der Gemeinderat der Stadt stimmte daraufhin ebenfalls mehrheitlich gegen das Konzernvorhaben.
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